Gastbeitrag von Muzhda Ahmadi
Manchmal, wenn ich sage, ich erinnere mich nicht, wie spät es war, liegt es nicht an meinem vergesslichen Geist. Wenn selbst im Schlaf die Freiheit für dich verboten wird, verliert die Zeit ihre Form. Tag und Nacht verschwimmen, und so viel Dunkelheit liegt auf Dunkelheit, dass man vergisst, ob Weiß überhaupt existiert. Die Dunkelheit ist nicht nur draußen am Fenster; sie nistet sich in Gedanken ein und verschlingt langsam das Gedächtnis.
Ich glaube nicht mehr an besondere Tage. An einen Kalender, der manche Daten mit roten Blumen markiert und „Feier“ nennt. Der 8. März ist für mich keine einfache Feier mehr; er ist eine Wunde, die sich jedes Jahr wieder öffnet. Wie kann man an einem Ort für Frauen klatschen, während an einem anderen Ort derselben Geographie tausende Frauen von ihrem grundlegendsten Recht ausgeschlossen werden? Dieser Widerspruch verletzt mehr als jedes Verbot. Feierlichkeiten haben nur dann Bedeutung, wenn Gerechtigkeit atmet, nicht wenn Glückwünsche an den hohen Mauern der Diskriminierung hängen.
In derselben Geographie, aus der ich komme, gibt es ein Mädchen, das sich als Junge ausgibt, um arbeiten zu können, um ihren Magen zu füllen, um ihre Familie vor dem Hunger zu retten. Jeden Tag versteckt sie ihre Identität, um zu überleben. Erinnerst du dich an Norieh? Ihre Geschichte ist keine Ausnahme; sie ist ein Symbol für eine Realität, in der viele gezwungen sind, still zu leben. Wenn Frau-Sein ein Verbrechen wird, ist auch Mensch-Sein gefährdet.
Ich spreche von hier, aus der Mitte dieser Dunkelheit. Von einem Ort, an dem Frauen noch Rollen spielen, Namen ändern, ihre Träume verstecken müssen, nur um zu atmen. Wenn ich manchmal vergesse, wie spät es ist, liegt es daran, dass die Zeit in meinem Land seit Jahren stillsteht; eine Uhr, deren Zeiger auf dem Wort „Entzug“ fixiert ist.
Und dennoch ist in uns noch nichts erloschen. Vielleicht glaube ich nicht mehr an symbolische Tage, aber ich glaube an Frauen, die still inmitten dieser Dunkelheit durchhalten. An Frauen, die, selbst wenn sie ihren Namen verstecken müssen, ihre Wahrheit nicht verbergen. An Frauen, die wissen, dass Dunkelheit, so tief sie auch sein mag, das Licht niemals für immer verleugnen kann.
