Statement VAFO zum Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan

Die aktuelle Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan verschärft die Lebensgefahr der Menschen vor Ort. Die Lage in der Region war schon vorher instabil und ist jetzt noch unberechenbarer geworden. Die Gewalt richtet sich nicht nur gegen Milizen oder Streitkräfte, sondern gefährdet unmittelbar das Leben von Zivilist:innen.

Vor diesem Hintergrund fordert VAFO:

  1. Sofortiger Stopp aller Abschiebungen nach Afghanistan.
    Afghanistan war und ist kein sicheres Herkunftsland. Sicherheitsberichte und aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Menschen dort keiner gesicherten Rechtsordnung oder einem schützenden Staat gegenüberstehen und jetzt zusätzlich in einen eskalierenden Konflikt hineinrutschen. Dass Regierungen Afghan:innen dorthin zurückschicken, ist nicht nur politisch fragwürdig, es ist gefährlich.
  2. Menschen mit bestehenden Aufnahme- oder Schutzzusagen endlich aus Pakistan und anderen Nachbarländern ausfliegen.
    Tausende Menschen sitzen seit Monaten oder Jahren in Pakistan fest, oft ohne Zugang zu sicheren Lebensbedingungen und nun zusätzlich im Zentrum eines militärischen Konflikts. Ihnen versprochene Aufnahme muss endlich umgesetzt werden. Passivität macht sie zum Spielball geopolitischer Interessen.
  3. Internationale Einflussnahme auf Nachbarstaaten, um Abschiebungen zu verhindern.
    Außenpolitische Kanäle müssen genutzt werden, um sicherzustellen, dass Nachbarländer Afghan:innen nicht in ein eskalierendes Kriegsgebiet abschieben. Damit wären nicht nur rechtliche Standards verletzt, sondern elementare humanitäre Prinzipien.

Abschiebungen in ein so gefährliches Umfeldsind keine Lösung, sondern politisch kurzsichtig und menschenrechtlich unvereinbar.

8. März – Deine Stimme zählt

Nach unserem Aufruf erreichten uns 6 wundervolle Beiträge von afghanischen Frauen und Männern, die ab dem 02.03. auf unseren Kanälen online gehen.