Ein Gastbeitrag von Saleha Aini
Ich, Saleha Aini, Menschenrechtsverteidigerin und Medienaktivistin aus Afghanistan, geboren 1994 in der Provinz Pandschir, setze mich seit mehr als zehn Jahren im Bereich Frauenrechte, zivilgesellschaftliches Engagement und Straßenproteste ein. In dieser Zeit habe ich die Stimmen von Frauen und vulnerablen Gruppen gegen Diskriminierung, Ungleichheit und Unterdrückung hörbar gemacht.
Meine menschenrechtliche und mediale Arbeit war mit erheblichen Gefahren verbunden. Mehrfach wurde ich bedroht, festgenommen, gefoltert und misshandelt. Nach der Machtübernahme der Taliban wurde mein Name auf eine Fahndungsliste gesetzt. Bewaffnete drangen nachts in mein Haus ein. Ein weiteres Leben in Afghanistan bedeutete für mich eine unmittelbare Lebensgefahr. Deshalb war ich gezwungen zu fliehen und im Exil zu leben. Auch auf der Flucht war ich Risiken wie Inhaftierung, Abschiebung und Obdachlosigkeit ausgesetzt.
Derzeit befinde ich mich an einem sicheren Ort und nutze diese Situation, um meine menschenrechtliche und mediale Arbeit fortzusetzen. Mein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung, Bildung und Stärkung von Frauen innerhalb Afghanistans, die unter extremen Bedingungen leben und massiver Repression ausgesetzt sind. Über Medien und Menschenrechtsnetzwerke trage ich ihre Stimmen auf die internationale Ebene und bemühe mich um nachhaltige, positive Veränderungen.
Diese Erfahrungen zeigen, dass ich weiterhin gefährdet war und ein sicheres Umfeld sowie die Möglichkeit benötigte, meine Arbeit im Bereich der Menschenrechte wirksam und geschützt fortzuführen. Wie mir sind tausende Frauen und Mädchen in Afghanistan seit Beginn elementarster Rechte beraubt worden, insbesondere des Rechts auf Bildung.
Lasst uns an der Seite der Frauen in Afghanistan und weltweit stehen und gemeinsam gegen Frauenfeindlichkeit und geschlechtsspezifische Diskriminierung kämpfen.
Ein Gastbeitrag von Saleha Aini
